Healthy Lifestyle

Vorsätze für 2019 ?!

Auch heute, am 6. Januar, wünsche ich Personen, mit denen ich die letzten Tage oder Wochen keinen Kontakt hatte, ein frohes neues Jahr, werde nach meinen Vorsätzen fürs neue gefragt und verspüre irgendwie auch den Druck, diese Frage zurückzustellen. Ob es wirkliches Interesse ist (ähnlich der Frage „wie geht es dir“) und eine ehrliche, ausführliche oder persönliche Antwort erwartet wird, sei dahingestellt.

Die erste Frage, die sich mir bereits vor zwei Jahren stellte, ist: Ist es notwendig, Vorsätze fürs neue Jahr zu haben? Bzw. generell welche zu haben, denn wie viele bin ich der Meinung, dass man natürlich nicht nur am Jahreswechsel, sondern kontinuierlich darüber reflektieren sollte, ob und was man an seinem Leben ändern möchte.

Vor zwei Jahren ging es mir so, dass ich gerade sehr viel an meinem „alten“ Leben geändert hatte. Ich wurde befördert, bekam einen Vertragswechsel angeboten und ergriff gleichzeitig die Chance, meine Office Location zu ändern. Obwohl ich mich in München vier Jahre lang sehr wohl gefühlt hatte, spielte ich schon länger mit dem Gedanken, die Stadt zu wechseln und war daher sehr stolz über diese Entscheidung, in einer sehr glücklichen Beziehung (die auch ausschlaggebend für die Wahl der Stadt Wien war) und rundum zufrieden.

Als ich daher damals an Neujahr auf die (mehrmalige) Frage nach meinen Vorsätzen damit beantwortete, dass ich gerade keine habe und alles gerade so ist, wie ich es mir gewünscht habe, wurde ich ungläubig angeschaut. Ob es denn nichts gäbe, was ich mir vorgenommen habe. Leider ist es in unserer heutigen Gesellschaft, auch wenn der hashtag „gratefullness“ inflationär benutzt und gepredigt wird und einige doch angeblich das perfekte Leben (laut Instagram haben), nicht normal, zufrieden zu sein.

Prinzipiell denke ich zwar auch, dass man gewisse (langfristige) Ziele braucht, um motiviert zu sein und einen Antrieb im Leben zu haben, aber ich habe an mir selbst gemerkt, dass ich in der Vergangenheit oft zu selbstkritisch und meine Liste an Zielen und Vorsätzen nicht nur am Jahresende eindeutig zu lang war. Und umso größer der Frust darüber, nicht alle Dinge geschafft zu haben. Leider bringt einen genau das nicht weiter und Motivation erst recht nicht. Zumindest geht/ging es mir so. Leider verliert man manchmal den Sinn für Objektivität, und die eigenen Prioritäten komplett und muss sich darauf zurück besinnen, was man bereits erreicht hat und für was man dankbar und stolz sein kann.

In der Vergangenheit ging es mir leider auch oft so, dass ich etwas erreicht hatte, diese Leistung aber durch meine hohen Ansprüche an mich selbst schmälerte und schon an den nächsten Schritt dachte. Damit es nicht zu privat bzw. zu sehr um meinen letzten Job geht, möchte ich es lieber mit meinem Halbmarathon illustrieren, über den ich meinen letzten Blogbeitrag geschrieben habe. Auch wenn dieses Beispiel natürlich nicht so eine Tragweite hat wie bei anderen Lebensbereichen, habe ich schon wieder ein ähnliches Verhaltensmuster gezeigt, da ich zum einen das Ziel hatte, unter 2h zu laufen (Anmerkung: es waren 6min darüber und ich hätte in Anbetracht dessen, dass es mein erster HM war und ich noch nicht lange längere Strecken lief, wirklich zufrieden sein können) und zum anderen gleich danach neue Ziel im Kopf hatte: Zum einen, gleich im September den nächsten HM mit einer besseren Zeit zu laufen, zum anderen auf einen „richtigen“ Marathon zu trainieren. Was ich damit sagen will, Ziele sind gut, aber man sollte sich manchmal dann doch einfach die Zeit nehmen, einfach zufrieden mit der jetzigen Situation/Leistung/dem bisher Erreichten zu sein.

Eine andere Frage, die sich mir in den letzten Tagen stellte, ist, ob wir wirklich immer Vorsätze für uns oder auch für andere kreieren? Anscheinend irritiert es ja andere, wenn man keine gefasst hat und außerdem werden doch eh ständig die gleichen allgemeinen Dinge wie „Ich will mich gesünder ernähren“ und „Ich will mehr Sport machen“ genannt. Die wenigsten nennen wirkliche persönliche oder gar messbare Ziele und irgendwie hat es mich in den letzten Tagen schon wieder fast amüsiert, wie das Fitnessstudio auf einmal wieder voll wird und Leute, denen ich auf Instagram folge und die normalerweise nicht gerade für ihre gesunde Lebensweise bekannt sind, gefühlt nur noch Obst und Gemüse mit Leinsamen essen ;-).

In der Regel hält man das ja auch nicht lange durch, wenn man gleich so radikal etwas ändert bzw. gar nicht genau definiert was denn bspw. „mehr“ Sport oder „gesund“ ist. Andere wiederum planen und definieren ihre Ziele wohl sehr genau, da ich zum Bespiel Leute kenne, die sehr detailliert aufschreiben, welchen Betrag sie verdienen oder sparen wollen, wie viel Muskelmasse sie zulegen wollen oder welche Eigenschaften ihr Traumpartner haben sollte, den sie spätestens im Jahr 2019 endlich kennen lernen wollen.

Nun also zu meinen Vorsätzen. Um die Frage im Titel zu beantworten: Ja, ich habe welche. Ich werde nicht alle oder nicht in dem Detailgrad vorstellen, in dem ich sie für mich dokumentiert habe (dürfte hoffentlich verständlich sein). Aber ich habe für mich beschlossen, dass es Sinn macht, das doch sehr durchwachsene Jahr 2018 Revue passieren zu lassen, zu beurteilen, was gut lief und ich im nächsten Jahr beibehalten will und was (und wen) nicht. Ich finde es vor allem sehr wichtig, dass man schon seine eigenen Fortschritte erkennt und zumindest nicht alles wieder umwerfen sollte. Der Weg ist bekanntlich das Ziel und das musste ich mir in diesem Jahr eingestehen. Manchmal muss man Rückschritte und Verluste in Kauf nehmen und kommt nur in Babysteps vorwärts.

1. Sport: All in all war ich sehr zufrieden mit meiner sportlichen Aktivität im letzten Jahr und habe mir daher „nur“ als Ziel gesetzt, diese beizubehalten, was Homeworkouts und das Laufen gehen angeht und das Krafttraining so gut es geht (wenn ich nicht unterwegs bin) 3mal die Woche zu schaffen. Ich finde, man muss hier auch unterscheiden, ob man Sport für die eigene Fitness oder die Figur (idealerweise vermutlich beides) macht. Auch figurtechnisch bin ich sehr zufrieden, möchte aber für den nächsten Sommer, wenn ich ganz selbstkritisch bin, etwas definiertere Armmuskeln haben.

2. Distance yourself from negativity:  Ich glaube diesen Spruch liest man sehr oft beherzigt ihn viel zu selten. Natürlich geht es nicht immer und man muss sich auch mit negativen Dingen des Lebens auseinandersetzen, aber ich interpretiere diesen Satz für mich zum einen so, dass ich mich weniger mit den Problemen anderer beschäftigen möchte. Das hört sich vielleicht egoistisch an und natürlich höre ich mir von echten Freunden und Familienmitgliedern sehr wohl Probleme an und versuche zu helfen.. Aber eben nicht von allen entfernten Bekannten. Da ich aus einer sehr ländlichen Gegend komme, ist es dort gang und gäbe, sich sowohl bzgl. positiver als auch negativer Dinge der Nachbarn/Dorfbewohner zu vergleichen und diese Eigenschaft habe ich die letzten Jahre sehr stark abgelegt.

Im Jahr 2019 habe ich mich von einigen Leuten sehr distanziert und auch teils endgültig beschlossen, keinen Kontakt mehr aufrechtzuerhalten. Ob intentional oder unbewusst, manchmal muss man leider erkennen, dass bestimmte Personen Negativität ausstrahlen und somit Zeit- und Energieräuber sind.

4. Instagram: diejenigen, die mich über das ganze Jahr verfolgt haben, wissen wohl, dass ich sehr schnell viele Follower aufgebaut habe und auch wenn das ursprünglich gar nicht so intendiert war, Blogger/Influencer zu werden, macht es mir sehr Spaß und ich hoffe, dass ich weiter wachsen und auch, wie es sich in den letzten Monaten dann glücklicherweise ergeben hat, Geld damit verdienen kann. Momentan macht es 50% meiner Selbständigkeit aus, womit ich sehr zufrieden bin.

5. Den perfekten Alltag/(Morgen) Routine. Für viele wahrscheinlich unverständlich, dass ich dies als Ziel gesetzt habe, aber ich habe gefühlt die letzten vier Jahre keinen richten Alltag gehabt. Durch meinen alten Job war ich sehr oft von Montag bis Donnerstag in Hotels in anderen Städten, was bedeutete, montags um 4 aufzustehen und an den Flughafen zu fahren, donnerstags spät abends zu Hause anzukommen und den Freitag dementsprechend etwas länger zu schlafen und (meistens) im Home Office zu verbringen. Jedenfalls bin ich immer zu anderen Uhrzeiten aufgestanden, habe oft nicht gefrühstückt, unregelmäßig gegessen etc. Die Routine beim Essen klappt inzwischen ganz gut, allerdings habe ich immer noch keine richtige Morgenroutine und habe das Gefühl, ich sollte meinen Alltag noch etwas mehr strukturieren (bzw. generell wieder einen haben), um mich besser zu fühlen und noch etwas produktiver zu werden. Dies soll übrigens nicht heißen, dass ich nichts arbeite, was einem ja auf Instagram oft unterstellt wird haha. Ich neige eher dazu, den ganzen Tag am Laptop zu sitzen und zu viel zu arbeiten und denke, dass ich die Flexibilität, die man durch die Selbständigkeit hat, auch etwas mehr ausnutzen sollte. Und sich eben vor allem trotz aller Flexibilität feste Zeiten für Dinge, die einem wichtig sind, setzen.

6. weniger Zeit an Handy und Laptop verbringen. Leider wahrscheinlich einer der schwierigsten Vorsätze, da ich jetzt ja auch noch damit Geld verdiene, aber ich möchte öfter das Handy bewusst weglegen, um gewisse Dinge mehr zu genießen. Bspw. habe ich es geschafft, wirklich einige Bücher im letzten Jahr zu lesen, aber habe gemerkt, dass ich doch ständig dabei aufs Handy schaue und natürlich besser abschalten und mich darauf konzentrieren kann, wenn es ich einfach für diese Zeit weglege. Seit ich mein neues iPhone habe, tracke ich meine Bildschirmzeit und habe mir auch hier messbare Ziele gesetzt, um wie viel ich diese reduzieren möchte.

7. auch wenn die Liste oben schon wieder ziemlich lange erscheint, setzte ich es mir als Ziel, zufriedener und weniger selbstkritisch zu sein. Um vielleicht auch wieder einen solchen Moment, den ich oben beschrieben habe, zu erleben, dass man gerade gar nichts ändern möchte und alles rundum passt.

Ich hoffe, euch hat der Beitrag und mein Einblick in einen Teil meiner Vorsätze gefallen. Schreibt mir gerne in den Kommentaren oder auf Instagram, ob ihr euch in manchen wieder erkennt oder vielleicht auch ganz andere aufgestellt habt.

XXX Natalie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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